Samstag, Dezember 16, 2006

Der WM-Titel stand nur in den Sternen


von der GWUP

"Deutschland wird Fußball-Weltmeister": Während Fußballfans sich den Titel nur erhofften, waren sich einige Wahrsager und Astrologen vorab so sicher, dass sie den Klinsmann-Kickern den Titelgewinn voraussagten. Aber der Titelgewinn blieb aus, und auch die anderen Prognosen für das vergangene Jahr, die die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) traditionell zum Jahresende ausgewertet hat, wurden durch die Wirklichkeit widerlegt.

Beim neuen Fußball-Weltmeister - Deutschland natürlich - waren sich mehrere Astrologen, Kartenleger oder andere Wahrsager zu Beginn des Jahres 2006 sicher. Die Sterndeuter Monika Transier, Edeltraud Lukas Möller, Albert Lehmann, Michael Allgeier und der Schweizer Hellseher Mike Shiva lagen mit dieser WM-Prognose aber ebenso daneben wie sein österreichischer Kollege Johannes Höber, die für ihre Fehlprognosen bekannte "Reiseastrologin" Patricia Bahrani oder ihre Kollegin Asmi Nardo, die den Kickern aus England, Brasilien bzw. Ghana den begehrten Titel vorausgesagt hatten.

Insgesamt über 150 Prognosen von knapp 50 vermeintlichen Zukunftskennern hat der Mathematiker Michael Kunkel ausgewertet und mit der Realität konfrontiert - sein Fazit ist eindeutig: "Die Zukunft lässt sich offensichtlich nicht aus den Sternen, Tarotkarten oder durch irgendwelche Hellseher voraussagen." Das gilt unabhängig vom Thema der Voraussagen: Naturkatastrophen, Prominente und politische Ereignisse dominieren neben gerade aktuellen Themen wie derzeit Terroranschlägen üblicherweise die Vorhersagen - nennenswerte Treffer sind Fehlanzeige. Einige Vorhersagen scheinen vielmehr der Werbung zu dienen gemäß dem Motto: "Besser schlechte Werbung als überhaupt keine." Spektakuläre Vorhersagen verschaffen ihren Urhebern zumindest für kurze Zeit Aufmerksamkeit; eine kritische Würdigung oder gar der ausbleibende Erfolg der Vorhersage wird weit weniger beachtet.

mehr: http://www.skeptiker.de/aktuell/news.php?aktion=detail&id=368

Kommentare:

Claus Fritzsche hat gesagt…

Wie gut, dass sich die GWUP hier auf das Thema "Wahrsagerei" beschränkt. Da kann dieser schillernde Verein nicht viel falsch machen.

Wie sinnvoll es sein kann, auch Skeptikern mit Skepsis zu begegnen, das zeigt eine Pressemeldung zum Thema "Medikamente ohne Wirksamkeitsnachweis nicht auf Kosten der Allgemeinheit".

Klingt beim ersten Lesen nicht schlecht. Oder?
Erweist sich bei einem genauen Blick ins Kleingedruckte jedoch als ganz subtile Desinformation und Demagogie. Mehr dazu unter:

GWUP: Zwischen Wissenschaft und Demagogie

Torsten Werner hat gesagt…

Die Kernforderung der GWUP ist, dass alle Therapierichtungen die gleichen harten Wirksamkeitsnachweise führen müssen wie in der wissenschaftlichen Medizin. Das aktuelle Sozialgesetzbuch nimmt aber die sogenannten besonderen Therapierichtungen davon aus.

Im obigen Kommentar verlinkten Blog wird der GWUP-Pressemitteilung ein demagogischer Charakter vorgeworfen, der genauso für den Blogeintrag gilt, wenn man die dort genannte Kriterien einfach mal darauf anwendet.

Mit Bezug auf den Fußball ist Claus Fritzsches Blogeintarg wohl ein Eigentor.